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Für wen ist die Praxiswertermittlung relevant?

Wenn Sie eine Praxisabgabe planen, spielt die Praxiswertermittlung für den Verkaufspreis, und damit für den Verkaufsgewinn, eine wichtige Rolle. Aber auch wenn Sie vorhaben, eine Zahnarztpraxis zu übernehmen, ist der Praxiswert relevant für Sie. Mithilfe der Praxisbewertung kann der Marktwert einer Zahnarztpraxis auf der Grundlage entscheidender Einflussfaktoren, Kennzahlen und Planwerte ermittelt werden, um den größtmöglichen Nutzen für alle Beteiligten zu erzielen.

Private Träger wie ACURA bewerten eine Praxis in der Regel nach deren Ertragswert. Das sorgt bei gut geführten Praxen zu einer sehr attraktiven Bewertung, die über die anderen Bewertungsmethoden hinausgeht.

Welche Einflussfaktoren gibt es bei der Berechnung?

Bei dem Wert einer Praxis handelt es sich um einen objektivierten Verkehrswert – er bezieht sich also auf einen bestimmten Zeitpunkt und auf einen spezifischen Ort. Er soll zu einem fairen Interessensausgleich zwischen Verkäufer und Käufer führen. Beeinflusst wird er durch verschiedene Faktoren. Das sind zum einen Faktoren, die vom vorherigen Praxisinhaber abhängig sind wie beispielsweise die Patientenstruktur. Zum anderen sind das äußere Faktoren wie der Standort einer Praxis und damit verbunden auch der Wettbewerb mit anderen Praxen oder die Schwierigkeit, ggf. qualifiziertes Personal zu finden. Zusätzlich gibt es für die Berechnung unterschiedliche Methoden und Herangehensweisen und damit keine einheitliche Regelung.

Welche Rolle spielen der materielle und ideelle Praxiswert?

Im Allgemeinen setzt sich der Praxiswert aus dem materiellen und dem immateriellen Wert, auch Goodwill genannt, zusammen. Der materielle Wert lässt sich relativ einfach auf der Grundlage der vorhandenen Wirtschaftsgüter bestimmen. Bei der Berechnung des aktuellen Marktwerts der Wirtschaftsgüter ziehen Experten beispielsweise die Einrichtung der Praxis, medizinisch-technische Geräte sowie den Praxis- und Sprechstundenbedarf mit ein. Beim materiellen Praxiswert lässt sich zwischen Liquidationswert, steuerlichem Wert und Fortführungswert der Arztpraxis unterscheiden.

Der materielle Praxiswert schließt zwar zurückliegende, aktuelle und zukünftig zu erwartende Gewinne ein, deckt jedoch nicht alle Eventualitäten ab. Daher sollten Ärzte bei der Praxiswertermittlung auch den ideellen oder immateriellen Wert mit einbeziehen. Der immaterielle Praxiswert ist schwieriger festzulegen. Der sogenannte Goodwill basiert darauf, wie der derzeitige Inhaber die Praxis geführt hat. Dabei spielen Faktoren wie die Patientenstruktur, die Zahl der Neupatienten, die Gegebenheiten am Standort oder auch die Leistungsfähigkeit der Arztpraxis eine wichtige Rolle.

Praxiswertermittlung: Diese Methoden gibt es

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Welche Methoden zur Wertermittlung gibt es?

Die Vielzahl der auf dem Markt tätigen Berater nutzen für die Praxiswertermittlung unterschiedliche Verfahren. Für die Berechnung empfiehlt sich auch die Kombination verschiedener Methoden. Als sehr oft verwendet gelten jedoch die Ärztekammermethode oder die modifizierte Ertragswertmethode. Dabei stellt sich auch die Frage, inwieweit Gutachter beispielsweise geplante zukünftige Strukturveränderungen einbeziehen sollten. Faustregeln geben eine Orientierung, reichen jedoch zur Bewertung nicht aus. Als Faustregel wird beispielsweise der durchschnittliche Gewinn der vergangenen drei Jahre als Praxiswert ermittelt. Die ACURA legt Ihnen vor dem Hintergrund der unterschiedlichen Bewertungsmethoden die Kalkulation für Ihre Praxis vor.  Folgende Verfahren gibt es für die Ermittlung des Wertes:

1. Ärztekammer-Methode

Der Praxiswert setzt sich bei der Ärztekammer-Methode aus dem materiellen und dem ideellen Wert zusammen. Der ermittelte Praxiswert basiert auf dem durchschnittlichen Jahresumsatz der letzten drei Jahre vor der Praxisübergabe. Der Umsatz wird um einen kalkulatorischen Arztlohn gemindert. Beim diesem handelt es sich um das fiktive Bruttogehalt, das ein niedergelassener Zahnarzt erhalten könnte, wenn er statt der Freiberuflichkeit ein Angestelltenverhältnis wählt. Er orientiert sich am durchschnittlichen Jahresgehalt eines Oberarztes. Ein Drittel des Praxiswertes wird für den Goodwill-Anteil bestimmt. Allerdings berücksichtigt dieses Verfahren nur den Gewinn und nicht den tatsächlichen Ertrag, bei dem auch die Ausgaben eine Rolle spielen.

2. Vergleichswertverfahren

Bei der Vergleichswertmethode ermittelt ein Gutachter den Wert einer Arztpraxis anhand von Vergleichsdaten von anderen Verkäufern aus der Region. Dabei nutzen sie beispielsweise den Verkehrswert oder den Netto-Jahresertrag einer Zahnarztpraxis für die Praxisbewertung.

3. Substanzwertmethode

Der ermittelte Substanzwert bildet den Preis ab, den Käufer zur Neuerrichtung einer Zahnarztpraxis mit der vorhandenen Ausstattung bezahlen müssten. Er basiert damit auf dem aktuellen Marktwert der Immobilie und der Geräte, allerdings fehlt hierbei die Berücksichtigung der Wirtschaftskraft der Arztpraxis.

4. Modifiziertes Ertragswertverfahren

Im Gegensatz zum klassischen Ertragswertverfahren, basiert das modifizierte Ertragswertverfahren auf dem Substanzwert sowie dem Goodwill. Dabei bezieht sich der Wert aber auch auf das wirtschaftliche Umfeld und die zu erwartenden Erträge. Zudem berücksichtigen Berater bei der Berechnung einmalige Ausgaben, die nicht aussagekräftig für ein Geschäftsjahr sind.

Praxiswertermittlung: Diese Methoden gibt es

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Was gibt es bei der Praxiswertermittlung zu beachten?

Mithilfe der Methoden zur Praxiswertermittlung lässt sich der Wert einer Zahnarztpraxis eingrenzen. Dabei bieten alle Verfahren verschiedene Vorteile und Nachteile. Der Praxiswert schafft den Ausgangspunkt für eine faire Verhandlung zwischen Käufer und Verkäufer. Letztendlich entscheidet aber vor allem Angebot und Nachfrage über den tatsächlichen Preis. Im Verhandlungsgespräch entsteht somit ein Marktpreis, der nicht immer mit dem berechneten Praxiswert übereinstimmt. Allerdings ist die Ermittlung des Praxiswertes auch ein komplexes Verfahren, das ein auf die Zahnarztbranche spezialisierter Experte übernehmen sollte.

Praxiswertermittlung: Diese Methoden gibt es

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