Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Wurzelkaries entsteht an freiliegenden Zahnhälsen, da das weichere Wurzelzement deutlich anfälliger für Bakterienangriffe ist.
  • Häufige Risikofaktoren für Wurzelkaries sind Zahnfleischrückgang, Mundtrockenheit, zuckerreiche Ernährung sowie Parodontitis im höheren Lebensalter.
  • Erste Warnzeichen für Wurzelkaries sind dunkle Verfärbungen, Empfindlichkeiten und weiche Stellen, die bei fortschreitender Erkrankung starke Schmerzen verursachen können.
  • Die Behandlung von Wurzelkaries reicht je nach Schweregrad von Fluoridierung über Füllungen bis zur Wurzelbehandlung oder Krone, um Zahnverlust zu verhindern.

Wurzelkaries ist eine häufig unterschätzte Form von Karies, die vor allem ältere Menschen betrifft. Sie entsteht dort, wo sich das Zahnfleisch zurückgezogen hat und die empfindlichen Zahnhälse oder Wurzeln freiliegen. Oft bleibt Karies lange unentdeckt, da sie anfangs keine Schmerzen verursacht. Umso wichtiger sind regelmäßige Zahnarztbesuche und eine gezielte Vorsorge.

Was ist Wurzelkaries?

Bei der sogenannten Wurzelkaries (lateinisch Caries radicis) handelt es sich um eine Kariesform, die nicht die Zahnkrone, sondern die freiliegenden Zahnhälse und Wurzeln befällt. Diese sind besonders anfällig, da sie nicht von harter Schmelzsubstanz, sondern nur vom weicheren Zahnzement bedeckt sind.

Im Unterschied zur klassischen Karies an der Zahnkrone tritt Zahnhalskaries häufig im höheren Alter auf, wenn Zahnfleischrückgang oder Parodontitis die Wurzeln freilegen. Deshalb wird sie auch als Alterskaries bezeichnet.

Ursachen von Zahnhalskaries

Die Entstehung von Wurzelkaries hat ähnliche Ursachen wie andere Kariesformen, allerdings gibt es besondere Risikofaktoren:

  • freiliegende Zahnhälse: durch Zahnfleischrückgang sind die Wurzeln ungeschützt
  • weiche Zahnsubstanz: Wurzelzement und Dentin sind deutlich anfälliger als Zahnschmelz
  • Mundtrockenheit (Xerostomie): häufig bei älteren Menschen oder durch Medikamente, die den Speichelfluss hemmen
  • zuckerreiche Ernährung: liefert Bakterien ideale Bedingungen
  • Parodontitis: Erkrankungen des Zahnhalteapparats legen die Wurzel zusätzlich frei
  • Tabak- und Alkoholkonsum: verstärken das Risiko

Symptome: So erkennen Sie eine kariöse Zahnwurzel

Wurzelkaries verläuft oft unauffällig, da sie in den frühen Stadien keine Schmerzen verursacht. Typische Anzeichen sind jedoch:

  • braune oder schwarze Verfärbungen am Zahnhals
  • Empfindlichkeiten bei süßen, heißen oder kalten Speisen und Getränken
  • Druckschmerzen beim Kauen, wenn die Karies tiefer reicht
  • weiche Stellen an den freiliegenden Zahnhälsen, erkennbar durch den Zahnarzt

Die Diagnose erfolgt vorwiegend durch Sichtkontrolle und ergänzend durch Röntgenaufnahmen, da Karies an den Wurzeln schwer zu erkennen ist.

Folgen unbehandelter Zahnhalskaries

Bleibt Wurzelkaries unbehandelt, kann sie schwerwiegende Folgen haben:

  • schnelles Fortschreiten: Da die Zahnwurzel keinen schützenden Schmelz hat, breitet sich die Erkrankung schneller aus als bei Karies an der Zahnkrone.
  • Gefahr einer Entzündung des Zahnnervs (Pulpitis): Gelangen Bakterien bis zur Pulpa, kann sich der Nerv im Zahn entzünden und starke Schmerzen verursachen.
  • Abszesse und Infektionen im Kiefer: Unbehandelte Wurzelkaries kann zu Eiteransammlungen im Kiefer führen, die nicht nur sehr schmerzhaft sind, sondern sich auch auf umliegendes Gewebe ausbreiten können.
  • Zahnverlust: Wird der Zahn durch die Karies massiv geschädigt, bleibt manchmal nur die Entfernung.

Für ältere Patienten mit Zahnersatz ist Wurzelkaries besonders problematisch, weil sie Nachbarzähne schwächen und sogar Prothesen beeinträchtigen kann.

Behandlung bei Wurzelkaries

Die Therapie von Karies an der Zahnwurzel oder am Zahnhals hängt vom Stadium ab:

  • Fluorid- oder Silberdiaminfluorid (SDF)-Behandlung: In frühen Stadien können diese Präparate helfen, die Ausbreitung zu stoppen.
  • Zahnfüllungen oder Inlays: Bei tieferen Läsionen entfernt der Zahnarzt die kariöse Substanz und verschließt die Stelle mit einer stabilen Füllung.
  • Zahnkronen: Wenn größere Teile der Zahnwurzel betroffen sind, schützt eine Teil- oder Vollkrone den Zahn.
  • Wurzelkanalbehandlung: Ist der Nerv bereits entzündet, muss er entfernt und der Zahn von innen versiegelt werden.
  • Zahnextraktion: In seltenen Fällen zieht der Zahnarzt den Zahn, wenn er nicht mehr zu retten ist.

Vorbeugung von Karies an freiliegenden Zahnhälsen

Mit gezielter Vorsorge können Sie das Risiko deutlich senken:

  • fluoridhaltige Zahnpasta und Gele stärken die Zahnsubstanz
  • regelmäßige professionelle Zahnreinigungen entfernen hartnäckige Beläge
  • Behandlung von Zahnfleischproblemen, um weitere Rückbildung zu vermeiden
  • konsequente Mundhygiene, auch mit Zahnseide oder Interdentalbürsten

FAQ zu Wurzelkaries und Zahnhalskaries

Ist Wurzelkaries schlimm?

Ja, da sie schneller fortschreitet als normale Karies. Unbehandelt führt sie häufig zu Entzündungen der Nerven, zu Abszessen oder Zahnverlust.

Ist Wurzelkaries heilbar?

In frühen Stadien lässt sich der Prozess stoppen oder verlangsamen, beispielsweise mit Fluorid oder Silberdiaminfluorid. Fortgeschrittene Läsionen müssen jedoch zahnärztlich behandelt werden.

Warum sind ältere Menschen häufiger betroffen?

Im Alter zieht sich das Zahnfleisch zurück, oft verstärkt durch Parodontitis. So liegen die Zahnhälse frei und sind besonders anfällig.

Was tun bei Wurzelkaries?

Bei den ersten Anzeichen wie Verfärbungen, Empfindlichkeit oder Zahnschmerzen sollten Sie sofort Ihren Zahnarzt aufsuchen. Nur so lässt sich der Zahn rechtzeitig retten.

Wie lässt sich Wurzelkaries unter Kronen behandeln?

Wenn eine Karies unter einer Zahnkrone entsteht, muss der Zahnarzt die Krone abnehmen, die betroffene Stelle reinigen und mit einer neuen Füllung oder Krone versorgen.